{"id":84,"date":"2015-05-06T18:49:51","date_gmt":"2015-05-06T16:49:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.galerie-schwenk.de\/?p=84"},"modified":"2015-05-06T18:49:51","modified_gmt":"2015-05-06T16:49:51","slug":"nachlese","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.galerie-schwenk.de\/?p=84","title":{"rendered":"Nachlese"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausstellung &#8222;Funiculus umbilicalis&#8220; ist zuende. Die Arbeiten Aljoschas haben die Stadtkirche St. Petri in Dortmund verlassen. Geblieben sind Bilder, auf Papier und im Kopf, von phantasievollen Wesen,<!--more--><\/p>\n<p>ber\u00fchrend mit ihrer \u00c4sthetik und aufst\u00f6rend in ihrer Fremdheit. Das Echo auf die fremden G\u00e4ste auf Zeit in diesem Kirchenraum, nachzulesen im Besucherbuch, ist vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Aljoschas Vision einer zuk\u00fcnftigen biologischen Revolution bleibt spannend. In der letzten Woche der Ausstellungszeit trafen sich Aljoscha als K\u00fcnstler, Frau Prof. Dr. Sigrid Graumann, Lehrstuhl f\u00fcr Ethik an der Evangelischen Fachhochschule Bochum, Pfarrerin Barbara von Bremen f\u00fcr St. Petri und die Autorin f\u00fcr den Bereich der Kunstvermittlung zu einem Podiumsgespr\u00e4ch zum Thema: &#8222;Wollen wir was wir k\u00f6nnen? Biologische Revolution und Ethik&#8220;. Moderiert wurde das Gespr\u00e4ch von der Dortmunder Journalistin Petra Schrader, die es verstand, immer wieder auch BesucherInnen ins Gespr\u00e4ch zu locken.<\/p>\n<p>Gerade die Berichte aus chinesischen Laboratorien \u00fcber Forschungen am menschlichen Genom, an den Mitochondrien, bringt jetzt weltweit Forscher dazu, sich f\u00fcr ein Moratorium in der Forschung auszusprechen. Sie sehen politischen Regelbedarf (und f\u00fcrchten gleichzeitig zu harte Beschr\u00e4nkungen), weil ihnen die Unumkehrbarkeit dieser Eingriffe in menschliches Erbgut \u00a0und die damit verbundenen unabsehbaren Folgen f\u00fcr die menschliche Evolution ohne ethisch-philosophische Reflexion nicht mehr vertretbar erscheint. Diese Reflexion sollte mit allen beteiligten Wissenschaftlern gef\u00fchrt werden \u00fcber alle nationalen und \u00f6konomischen Interessen hinaus.<\/p>\n<p>Frau Prof. Graumann sagte in ihrem Eingangsbeitrag, sie w\u00fcrde sich auf die ethische Position zur Gentechnik \u00a0von J\u00fcrgen Habermas beziehen. Habermas sah schon 2001 die Problematik und unterschied zwischen Menschen und Sachen, zwischen Nat\u00fcrlichem und K\u00fcnstlichen, das er nicht vermischt sehen wollte. Wenn also zwei Menschen \u00fcber einen dritten entscheiden mit Eingriffen, die irreversibel f\u00fcr seine Entwicklung sind, dann ist das f\u00fcr ihn ethisch nicht zu rechtfertigen. In besagtem Fall wird der dritte, der behandelte Mensch zur Sache. Habermas setzt auf die &#8222;Unantastbarkeit \u00a0der Person, die Unverf\u00fcgbarkeit der naturw\u00fcchsigen Leiblichkeit&#8220; (siehe: J\u00fcrgen Habermas, Die Zukunft der menschlichen Natur, Frankfurt am Main 2001). Frau Prof. Graumann stellte am Ende des Gespr\u00e4chs klar, dass es zum Mensch Sein unabdingbar geh\u00f6re, dass er sich entscheiden k\u00f6nne und dass er tief in seinem Inneren sehr genau wisse, wof\u00fcr oder wogegen er sich entscheide.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausstellung &#8222;Funiculus umbilicalis&#8220; ist zuende. Die Arbeiten Aljoschas haben die Stadtkirche St. Petri in Dortmund verlassen. 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